Projekte

Obstgartenprojekt Horgen - Wädenswil des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz

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Im Raum Horgen - Wädenswil befinden sich noch wunderschöne Restbestände von ökologisch überaus wertvollen Hochstamm-Obstgärten. Seltene Tierarten wie Gartenrotschwanz und Braunes Langohr sind auf diesen Lebensraum angewiesen.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz hat im 2007 das Obstgartenprojekt Horgen - Wädenswil ins Leben gerufen, um in enger Zusammenarbeit mit dem ÖQV Vernetzungsprojekt Au/Horgen, den lokalen Naturschutzvereinen, den Landwirten und weiteren Beteiligten diese einzigartige Kulturlandschaft zu schützen und ökologisch aufzuwerten.

Durch das Schaffen von Kleinstrukturen, extensiver Bewirtschaftung, Neupflanzungen von Hochstamm-Obstbäumen und die Anlage von Blumenwiesen werden die Obstgärten ökologisch aufgewertet. So sind vielfältige Blumenwiesen und artenreiche Ruderalflächen nicht nur eine Augenweide, sondern bieten auch unzähligen Insekten einen Lebensraum. Für viele Obstgartenbewohner, welche in den Baumhöhlen der knorrigen Hochstämmer leben, stellen diese Insekten eine lebenswichtige Nahrungsgrundlage dar.

Damit die Pflege der Hochstamm-Obstbäume und somit unserer traditionellen Kulturlandschaft auch langfristig gewährleistet bleibt, werden neue Hochstamm-Produkte lanciert und vermarktet. Sie können bereits die Bioschnäpse (Kirsch, Zwetschgen und Pflümli) sowie das Baumnuss-Pesto aus der Region geniessen. Ein Apfelschaumwein - Mousseux d'Eva - ist seit kurzem erhältlich.
Foto by Marc Wioland
 

Verein Fricktaler Bio Hochstamm-Produkte

alt Im 2005 haben Bio- Produzenten aus dem Fricktal zusammen mit dem Schweizer Vogelschutz und dem Natur- und Vogelschutzverein Wittnau den Verein Fricktaler Bio Hochstamm-Produkte ins Leben gerufen.

Aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft, des starken Siedlungsdrucks und der fehlenden Rentabilität verschwinden Hochstamm-Obstgärten? zusehends aus dem Landschaftsbild. Mit dem Rückgang geht ein Verlust an Strukturen und Biodiversität einher. Im Fricktal, wo früher überall Kirschbäume blühten, werden heute deutlich weniger Kirschen von Hochstamm-Kulturen geerntet. Der Verein will dieser Entwicklung entgegenwirken und Hochstamm-Obstbäume und ihre Artenvielfalt pflegen und erhalten, damit das Fricktal auch noch in Zukunft erblüht.

Der Zusammenschluss in einem Verein ermöglicht es, die regionalen Bio-Landwirte bei der Entwicklung und dem Vertrieb von qualitativ hochwertigen Hochstamm-Produkten zu unterstützen. Gemeinsam können neue Märkte erschlossen werden und ein einheitliches Auftreten vergrössert den Bekanntheitsgrad. Gezielte Veranstaltungen führen Kunden und Produzenten zusammen. So werden das Verständnis für die Anliegen un die Wertschätzung der Produkte gefördert.

Mehr Informationen zum Verein finden Sie auf seiner Homepage: www.hochstamm-fricktal.ch

Neu ist zudem das Projekt 10'000 Hochstamm-Obstbäume fürs Fricktal im 2010 entstanden. Hier versucht man gezielt die Bedürfnisse der Produzenten/innen und Baumbesitzer/innen zu eruieren. Ziel ist es bestehende Lücken in der Verarbeitung und Vermarktung gemeinschaftlich zu beheben.
Foto by F. Schmit
 

Artenförderungsprogramm Steinkauz des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz

altSeit 2000 setzen sich die Projektverantwortlichen des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz im Dreiländereck (CH/D/F) erfolgreich für Erhaltung und Förderung der Hochstamm-Obstgärten und ihrer Biodiversität ein - mit erfreulichem Resultat: die Bestände von Steinkauz und Wiedehopf nehmen im Sundgau, am Tüllinger Berg und im Kaiserstuhl wieder zu.

In der Schweiz hat die Steinkauz-Population in den letzten Jahrzehnten einen dramatischen Rückgang erlitten. Gegenwärtig leben nur noch ca. 60 Brutpaare auf Schweizer Boden. Aus dem Baselbiet und dem Argau ist er völlig verschwunden. Damit er hier wieder heimisch wird,? fördert der SVS den Steinkauz im grenznahen Ausland im Elsass und in Baden-Württemberg mit dem Ziel, dass der gefährdete Vogel von dort wieder in die Schweiz zurückkehrt.

Damit der Steinkauz bei seiner Rückkehr geeignete Habitat vorfindet, müssen die verbleibenden Reste der traditionellen Kulturlandschaft erhalten und untereinander vernetzt werden. Zudem ist es nötig, neue ökologisch hochwertige Flächen zu schaffen. Ganz wichtig sind dabei Begleitmassnahmen wie zum Beispiel die Absatzförderung von Hochstamm-Produkten sowie die Öffentlichkeitsarbeit (Markt-/Infostände, Infoflyer, Vorträge, Infoposter, Obstwiesen-News etc.).

Vom Artenförderungsprogramm sollen auch andere bedrohte Tierarten profitieren. Deshalb werden im Projekt zusätzlich Fördermassnahmen für Vogelarten wie Wiedehopf, Wendehals, Gartenrotschwanz und Zaunammer, aber auch für Zauneidechse oder Heuschrecken umgesetzt, die auf den gleichen Lebensraum wie der Steinkauz angewiesen sind.

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Homepage des Schweizer Vogelschutzes.
Foto by H. Schudel